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Grußwort vom Geschäftsführer

Liebe Eltern, liebe Schüler,

das Jahr 2010 steht für 31 Jahrgänge Austauschschüler – für mehr als 15.000 Jugendliche, die das Jahr im Ausland mit uns erlebt haben und natürlich auch für fast 1.800 Jugendliche aus aller Welt, denen wir einen Aufenthalt in Deutschland ermöglichen konnten. Wie viele außergewöhnliche Begegnungen, bemerkenswerte Gespräche, Lernprozesse, Freundschaften und Geschichten hinter diesen 31 Jahren stehen, kann sich kaum jemand vorstellen – und das nicht nur für uns von EUROVACANCES, sondern vor allem auch für unsere Schüler.

All das hätte ich mir im Jahr 1979, als ich mit meinem französischen Studienfreund Christian den ersten deutsch-französischen Schüleraustausch organisiert habe, nicht träumen lassen. In den ersten zwei Jahren war der Frankreich-Austausch mein Hobby und eher gute Tat denn Zukunftsjob. Doch dann kamen 1982 das amerikanische Konsulat Hamburg und das Amerikahaus auf mich zu und boten ihre Unterstützung an, um ein USA-Programm aufzubauen – und es wurde ernst.

Warum diese ungewöhnliche Hilfestellung? Weil wir von Anfang an größten Wert darauf gelegt haben, unsere Austauschschüler möglichst gut, umfassend und vor allem realistisch auf ihren Aufenthalt im Ausland vorzubereiten. Wir wollten informieren und für Transparenz sorgen. Und das kam an. Bei Eltern genauso wie bei unseren Partnern im In- und Ausland.

Nachdem wir den USA-Austausch etabliert hatten, machten wir 1989 die ersten „Gehversuche” in Südamerika. Kolumbien, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Chile und Costa Rica wurden nach und nach in unser Programm aufgenommen. Dann ging es zügig nach Japan weiter und direkt – es war ja nicht mehr weit – nach Australien und Neuseeland. Am Rande einer Konferenz für internationale Zusammenarbeit traf ich 1995 Nelson Mandelas Kulturattaché in Johannesburg und Südafrika wurde Austauschland. Im Jahr 2000 konnten wir Kontakt mit China aufnehmen. 80 chinesische Schüler kamen für 3 Wochen nach Hamburg und unser erster Austauschschüler verbrachte ein Jahr in Hamburgs Partnerstadt Shanghai.

Die Welt hat sich sehr verändert, seit ich die ersten Austauschschüler nach Frankreich begleitet habe. Seitdem haben sich viele Länder geöffnet und ich habe immer wieder die gleiche Erfahrung gemacht: Während Politiker und Wirtschaftsvertreter in zähe Verhandlungen traten, wie denn die zukünftigen Beziehungen auszusehen hätten, hat die Idee des Schüleraustausches immer wieder gezündet: einfach und schnell. Wieso? Weil Jugendliche wie niemand anderes die Möglichkeit haben, Brücken zu bauen, kulturelle Barrieren zu überwinden und internationale Freundschaften einzugehen. Der Schüleraustausch bietet ihnen die Gelegenheit, die Welt zu entdecken und ihren eigenen Platz darin zu finden. Sie bekommen die Chance, sich auch im Hinblick auf ihre Zukunft einen Erfahrungs- und Bildungsvorsprung zu schaffen, den andere kaum noch einholen können. Nicht zuletzt helfen sie zu Zeiten der Globalisierung dabei, die Welt persönlicher und damit wieder ein bisschen kleiner zu machen. So könnte mein Plädoyer für den Schüleraustausch heute nicht engagierter sein als vor 31 Jahren.

In diesem Sinne freue ich mich auf die nächsten 31 Jahre EUROVACANCES und bin besonders glücklich, dass inzwischen die ersten Eltern, die mit uns im Ausland waren, ihre Kinder bei uns angemeldet haben.

Mario Stiploschek
Gründer und Geschäftsführer